3. Austausch- und Transfertreffen der Kooperationsverbünde am 26.11.2025 (Dokumentation)

Thema: Impulse für eine starke Netzwerkarbeit zur schulischen Inklusion

26. November 2025 | 9:00 bis 15:45 Uhr

Hotel Elbflorenz, Rosenstraße 36, 01067 Dresden

 – Zusammenfassung

 

Am 26. November 2025 trafen sich zum dritten Mal Moderatorinnen und Moderatoren der Kooperationsverbünde zur schulischen Inklusion zum landesweiten Austausch mit dem SMK in Dresden.

Eröffnet wurde das Austausch- und Transfertreffen durch den Sächsischen Staatsminister für Kultus, Herrn Conrad Clemens. In seiner Ansprache ging er auf die aktuellen Herausforderungen an Schulen ein: von steigender Heterogenität über personelle Engpässe bis hin zu den gestiegenen Erwartungen an die individuelle Förderung. Er skizzierte seine Vorstellungen für eine inklusionsorientierte Bildung in Sachsen – insbesondere auch im Hinblick auf sich verändernde Schülerzahlen und kommunale Entwicklungen. Er betonte, wie zentral verlässliche Kooperationen, transparente Strukturen und die gemeinsame Verantwortung für eine gelingende Inklusion sind. Zugleich würdigte er das Engagement der Moderatorinnen und Moderatoren der Kooperationsverbünde, die diesen Prozess in allen Regionen Sachsens aktiv begleiten und voranbringen. Seine Worte verbanden Dank und Anerkennung mit der Notwendigkeit, die Netzwerkarbeit weiter zu stärken und gemeinsam tragfähige Strukturen für inklusive Bildung zu entwickeln.

Im anschließenden Impulsvortrag von Frau Ulrike Cadot-Knorr wurde ein Netzwerk mit großer Zielgruppe und vielen Netzwerkpartnerinnen und -partnern aus dem Bereich des Lebenslangen Lernens (L3) vorgestellt. Die Referentin zeigte Möglichkeiten auf, wie Kooperation strukturiert, Beteiligung gefördert und Entwicklungsprozesse verlässlich gestaltet werden können. Ziel des Vortrags war es, an einem konkreten weiteren Beispiel Anregungen für das eigene Arbeiten im jeweiligen Kooperationsverbund zu geben – wohlwissend, dass erreichte Arbeitsstände und Inhalte sehr verschieden sind.

Im Mittelpunkt standen zentrale Prinzipien wirksamer Netzwerkarbeit. Dazu gehörten unter anderem:

  • Akteurinnen und Akteure aus unterschiedlichen Bereichen zusammenbringen und Expertise bündeln
  • transparente Strukturen schaffen und Rollen klären
  • Synergien nutzen und Ressourcen teilen
  • auf Augenhöhe kommunizieren und Beteiligung ermöglichen
  • gemeinsame Werte, Ziele und ein einheitliches Verständnis entwickeln
  • Zeit als zentrale Ressource berücksichtigen
  • Ergebnisse sichtbar machen und Erfolge feiern.

Die vorgestellten Ansätze – von kleinen Netzwerkanalysen über beteiligungsorientierte Arbeitsformate bis hin zu Methoden aus dem Design Thinking – können hilfreich sein, um die Beteiligten in regionalen Netzwerken stärker miteinander zu verknüpfen und Inklusion gemeinsam weiterzuentwickeln. Wichtig war der differenzierende Blick, worauf Akteurinnen und Akteure tatsächlich Einfluss nehmen können und worauf nicht.

Auf den Impulsvortrag folgte ein vertiefender Austausch in Kleingruppen. Dort wurden die Erkenntnisse und Erfahrungen der Referentin aufgegriffen und vor dem Hintergrund der eigenen Praxis reflektiert. Die Referentin wechselte alle 10 bis 15 Minuten von Gruppe zu Gruppe und stand so für Rückfragen oder kurze Ergänzungen zur Verfügung. Damit entstand ein intensiver, praxisnaher und offener Transferraum, in dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Perspektiven einbringen und Anwendungsmöglichkeiten für ihre regionale Netzwerkarbeit diskutieren konnten.

Am Nachmittag wurde der Austausch in vier Facharbeitsgruppen fortgesetzt. Diese wurden von Moderatorinnen und Moderatoren gestaltet. Die Gruppen beschäftigten sich mit praxisnahen Themen aus den Regionen, darunter:

  • Umgang mit und Zusammenarbeit bei emotional-sozialen Auffälligkeiten
  • Gestaltung inklusiver Projekte
  • Arbeit in einer Inklusionsbibliothek
  • strukturierte Netzwerkarbeit.

In diesen Gruppen wurden interessante Beispiele vorgestellt, ein praxisnaher Austausch ermöglicht und die fach- bzw. themenspezifischen Kompetenzen der Moderatorinnen und Moderatoren sichtbar.

Zum Abschluss der Veranstaltung informierte die inklusionsverantwortliche Referentin im SMK, Frau Dr. Ina Lehmann, zu den Entwicklungen in der Inklusion über die letzten 12 Monate. Neben der aktuellen Situation im laufenden Schuljahr gehörten die Herausforderungen, die politischen Maßgaben, die Finanzlage sowie ihre Aufgaben für die weitere Unterstützung der Arbeit in den Kooperationsverbünden dazu.

2026 werden vom SMK in Zusammenarbeit mit der TU Bergakademie Freiberg z. B. sachsenweit, kooperationsverbundübergreifend Fachveranstaltungen zur praktischen Umsetzung des Projektes „BeSOS“ angeboten. Aus diesem Grund stellte die Projektleiterin von „BeSOS“, Frau Dr. Kristina Wopat, das Projekt mit Toolbox vor. Es soll Lehrkräfte unterstützen, die Lern- und Orientierungsfähigkeit sowie die Selbstregulation von Schülerinnen und Schülern mit psychischen Belastungen wieder herzustellen. Die Termine werden im Veranstaltungskalender der Kooperationsverbünde bekannt gegeben.

Das Treffen endete mit der Erkenntnis, dass regionale Vernetzung, gegenseitiger Austausch und praxisnahe Unterstützung wesentliche Bausteine für erfolgreiche inklusive Arbeit der Schulen sind. Gleichzeitig bot das Treffen Inspiration, konkrete Impulse und Motivation, die Arbeit der Kooperationsverbünde auch in Zukunft engagiert und kooperativ fortzuführen. Besonders hervorzuheben sind die Kompetenz, das Engagement und die Einsatzbereitschaft der Moderatorinnen und Moderatoren. Sie haben durch ihre Expertise nicht nur die Diskussionen und Facharbeitsgruppen bereichert, sondern auch weiter die Grundlage für nachhaltige Entwicklungen in den Kooperationsverbünden gefestigt. Ihnen gilt der ausdrückliche Dank – auch für das gemeinsame Arbeiten beim 3. Austausch- und Transfertreffen.

Kultusminister Conrad Clemens (SMK, Pressestelle)

 

Zusammenfassung des Impulsvortrages von Ulrike Cadot-Knorr

(Fachreferentin für Lebenslanges Lernen im Geschäftsbereich Bildung, Jugend und Sport der Landeshauptstadt Dresden

„Netzwerkarbeit – rechtskreisübergreifend und pädagogisch orientiert“

Die erfolgreiche Gestaltung schulischer Inklusion im Rahmen der Arbeit der Kooperationsverbünde in Sachsen hängt entscheidend vom Wirken der Koordinatorinnen und Koordinatoren für Inklusion sowie der Moderatorinnen und Moderatoren der Kooperationsverbünde ab. Sie sind die zentralen Akteurinnen und Akteure, die verschiedene Partner zusammenbringen, Ressourcen bündeln und Netzwerke strukturiert weiterentwickeln.

Die Erkenntnisse aus der Netzwerkarbeit zum „Lebenslangen Lernen (L3)“ in Dresden, wie von Frau Cadot-Knorr als Koordinatorin dieses Netzwerkes vorgestellt, boten vielfältige Impulse für die Praxis in den Kooperationsverbünden zu schulischen Inklusion.

Zentrale Prinzipien erfolgreicher Netzwerkarbeit

Frau Cadot-Knorr zeigte, dass erfolgreiche Netzwerkarbeit auf klaren Strukturen, gemeinsamen Zielen und Transparenz basiert. Dabei ist wichtig:

  • Akteurinnen und Akteure gezielt zusammenbringen: Schlüsselpersonen identifizieren und einladen, um die unterschiedlichen Kompetenzen und Perspektiven in das Netzwerk einzubringen.
  • Transparente Strukturen und Rollen im Netzwerk schaffen: Zuständigkeiten, Ressourcen und Schnittstellen klar definieren, damit alle Beteiligten ihre Aufgaben, Verantwortungen und Handlungsspielräume verstehen.
  • Synergien nutzen und Ressourcen teilen: Gemeinsame Projekte, Weiterbildungen oder Materialien koordinieren, um Mehrwerte für alle Netzwerkpartnerinnen und Netzwerkpartner zu erzeugen.
  • auf Augenhöhe kommunizieren und Beteiligung ermöglichen: Perspektiven aller Akteurinnen und Akteure einbeziehen, Diskussionen moderieren und Vertrauen aufbauen
  • gemeinsame Werte, Ziele und ein einheitliches Verständnis entwickeln: eine klare Vision für das Netzwerk formulieren und kontinuierlich reflektieren
  • Zeit als zentrale Ressource berücksichtigen: Aktivitäten, Treffen und Entscheidungen so planen, dass Engagement nachhaltig geleistet werden kann.
  • Ergebnisse sichtbar machen und Erfolge feiern: Best Practices dokumentieren und kommunizieren, um Motivation und Vertrauen zu stärken

Frau Cadot-Knorr verdeutlichte, dass 70 % der Motivation in Netzwerken daraus entsteht, was man für andere tun kann, 10 % aus dem, was andere für einen selbst tun, und 20 % aus Synergien oder gemeinsamen Projekten. Dieser Fokus auf gegenseitigem Nutzen ist zentral für alle Beteiligten.

Methoden und Werkzeuge

Die praktische Umsetzung dieser Prinzipien wird durch verschiedene Methoden unterstützt:

  • kleine Netzwerkanalysen oder Arbeit mit Netzwerkkarten: Erheben, wer im Netzwerk aktiv ist, welche Ressourcen vorhanden sind und wie Partnerinnen und Partner bereits vernetzt sind. Wie stark sind die Vernetzungen bereits? Welcher Bereich fehlt noch?
  • Beteiligungsorientierte Arbeitsformate und Debattenworkshops: Förderung des Austausches, der Wertschätzung unterschiedlicher Positionen, Konfliktmoderation
  • Design Thinking-Methoden: Strukturierte Lösungsentwicklung für komplexe Aufgaben im Netzwerk
  • Circle of Control: Den eigenen Einflussbereich erkennen und gezielt für die Umsetzung von Netzwerkzielen nutzen
  • Rollen-, Ressourcen- und Wissensmanagement: Verantwortlichkeiten, Kompetenzen und Schnittstellen klar abbilden

Übertragung auf die praktische Arbeit in den Kooperationsverbünden zur schulischen Inklusion

Die Rolle der Moderatorinnen und Moderatoren sowie der Koordinatorinnen und Koordinatoren – auf den jeweiligen Ebenen – ist aktiv gestaltend: Sie bringen Menschen zusammen, moderieren Austausch, strukturieren Aufgaben und Ressourcen, erkennen Synergien und schaffen Beteiligungsmöglichkeiten. Damit sind folgende Aufgaben verbunden:

  1. multiprofessionelle Zusammenarbeit befördern: Verantwortliche in den Schulen dabei unterstützen, sich zu öffnen und geeignete Strukturen zu schaffen, damit Teams aus Lehrkräften, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Beratungsfachkräften und weiteren Partnerinnen und Partnern effektiv für die Inklusion zusammenarbeiten können
  2. Strukturen und Rollen im Netzwerk transparent gestalten: Zuständigkeiten, Ressourcen und Schnittstellen klar definieren
  3. Partizipation fördern: alle Akteurinnen und Akteure einbeziehen, Austausch moderieren, Vertrauen aufbauen
  4. Synergien gezielt nutzen: gemeinsame Projekte, Fachveranstaltungen oder Weiterbildungen sowie Materialerarbeitung oder -nutzung koordinieren
  5. Ergebnisse sichtbar machen: Erfolge dokumentieren, Wissen transferieren, Best Practices verbreiten
  6. Einflussbereiche gezielt einsetzen: mittels Circle of Control realistisch planen, worauf der Einfluss der eigenen Aktivitäten wirkt

Diese Aufgaben zeigen, dass die Moderatorinnen und Moderatoren der Kooperationsverbünde sowie die Koordinatorinnen und Koordinatoren für Inklusion eine Schlüsselposition bei der Umsetzung schulischer Inklusion haben. Sie führen das Wissen zu Netzwerkanalysen, inhaltlichen Planungsprozessen, Kommunikationsstrukturen und Ressourcenmanagement zusammen, um so nachhaltige, tragfähige Strukturen in den Regionen zu schaffen.

Dafür benötigen sie die fortwährende Unterstützung durch das Sächsische Staatsministerium für Kultus (SMK). Denn nur mit den entsprechenden Rahmenbedingungen können die Maßgaben zur schulischen Inklusion laut Schulgesetz qualitativ hochwertig umgesetzt werden.

Ulrike Cadot-Knorr (Bild ZKI)

Ergebnisse der Facharbeitsgruppen

Der Workshop widmete sich der Frage, wie die Moderatorinnen und Moderatoren kreative Ideen mithilfe von aussagekräftigen Arbeitsplänen erfolgreich umsetzen können und dabei netzwerkorientiert arbeiten. Im Mittelpunkt stand, dass Arbeitsschritte gemeinsam im Kooperationsverbund erarbeitet, präsentiert und in einen strukturierten, abgestimmten Ablauf gebracht werden.

Frau Zadlo stellte zentrale Methoden vor, die die Effizienz steigern: Dazu gehören das gezielte Setzen von Prioritäten, das Festlegen und Planen von festen Arbeitszeiten sowie die Nutzung von Übersichten, Vorlagen und Verteilern. Durch Priorisierung nach Dringlichkeit und Wichtigkeit sowie den Einsatz strukturierender Hilfsmittel, wie Wochen- und Tagespläne, behält sie den Überblick und kann Aufgaben systematisch erledigen. Die Arbeitspakete werden dabei in realistische Einzelschritte unterteilt und regelmäßig überprüft.

Frau Rennert betonte die Bedeutung der jährlichen Netzwerktagungen. Hier wird der Arbeitsplan gemeinsam erstellt und weiterentwickelt. Die Netzwerktagungen fördern die Abstimmung innerhalb des Teams und bieten Raum für den Austausch mit den externen Kooperationspartnerinnen und -partnern. So werden Aufgaben, Zuständigkeiten und Ziele abgestimmt sowie Synergien genutzt, um die Qualität der Zusammenarbeit laufend zu verbessern.

Anschließend erarbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam weitere Ideen, wie trotz der vielfältigen Herausforderungen eine zielführende Zusammenarbeit in den Kooperationsverbünden erfolgen kann.

Moderation

Ines Rennert
Moderatorin Kooperationsverbund Riesa

Marion Zadlo
Moderatorin Kooperationsverbünde im Landkreis Bautzen

Menschen kommen gern zusammen, wenn Orte und Inhalte interessant sind und Neues bieten, wenn Inhalte einer Veranstaltung Anregungen für die eigene Arbeit bereithalten und ein kollegialer Austausch erfolgen kann.

In dieser Facharbeitsgruppe wurde die Arbeit einer Inklusionsbibliothek mit Medienboxen vorgestellt und sich zu folgenden Fragen ausgetauscht: Was macht eine Inklusionsbibliothek mit Medienboxen? Wer hat wie entschieden, was in eine Medienbox gehören sollte? Wie werden diese Boxen genutzt? Warum bietet das enthaltene Unterrichtsmaterial für verschiedene Klassenstufen stets einen motivierenden Anlass zum Austausch und zur Vernetzung?

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Facharbeitsgruppe stellten im Anschluss an die Präsentation zur Chemnitzer Methodik-Bibliothek folgende Punkte für eine erfolgreiche weitere Arbeit in den Vordergrund:

  • ständige Ergänzung der vorhandenen Materialien im Inklusionsregal
  • Ergänzung und gegebenenfalls Umstrukturierung der Medienboxen nach Auswertung der Evaluation
  • regelmäßige Absprache mit Partnerinnen und Partnern (in Chemnitz: Stadtbibliothek Chemnitz, Behindertenbeauftragte der Stadt Chemnitz)
  • Überprüfung der vorhandenen Materialien auf Aktualität und Relevanz,
  • Bekanntmachen der Inklusionsbibliothek sowohl bei pädagogischem Personal also auch bei Eltern und Betroffenen
  • Durchführung von Veranstaltungen in den Räumlichkeiten der Bibliothek, um Aufmerksamkeit zu wecken und
  • Vorstellung des Materials bei Treffen im Kooperationsverbund außerhalb der Bibliothek.

Die Sinnhaftigkeit des Aufbaus weiterer Bibliotheken, besonders im ländlichen Raum, wurde thematisiert.

Moderation

Simone Wurm
Moderatorin Kooperationsverbund Chemnitz Mitte/Nord

Jörg Seidel
Moderator Kooperationsverbund Chemnitz Ost

Susann Wiedrich
Moderatorin Kooperationsverbund Chemnitz Süd/West

„Begegnungen, Kennenlernen mit einem gemeinsamen Ziel, etwas zu erreichen – sportlich, kreativ oder künstlerisch – beinhalten Inklusion an sich. Jeder hat etwas beizutragen, es geht nicht um Leistungen, sondern um Mitgestaltung und Mitbestimmung. Das Voneinander- und Miteinanderlernen steckt ureigen im gemeinschaftlichen Gedanken und zeigt den Menschen als gesellschaftliches Wesen.“

Im Rahmen der Facharbeitsgruppe wurden drei langjährig erprobte inklusive Projekte im Kooperationsverbund Aue-Schneeberg vorgestellt, die aus der Kooperation eines Gymnasiums, einer Förderschule und einer freien evangelischen Grundschule in Schneeberg hervorgehen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begegneten den Inhalten mit großer Offenheit, zeigten reges Interesse und diskutierten vielfältige Möglichkeiten einer Übertragung auf andere Regionen.

 Projekt 1: Inklusives Sportfest

Seit 15 Jahren bringt das inklusive Sportfest Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen schulischen und sozialen Hintergründen zusammen. Ziel ist es, Vertrauen aufzubauen, Hemmschwellen abzubauen und ein respektvolles Miteinander zu stärken. Deutlich wurde: Klare Ansprechpersonen, feste Gruppenstrukturen sowie gegenseitige Unterstützung sind zentrale Erfolgsfaktoren. Das Projekt zeigt, wie gemeinsames Sporttreiben langfristig zu einer offeneren Haltung, zur Berufsorientierung und zu selbstverständlicher Inklusion beitragen kann.

 Projekt 2: Kreatives Bastelprojekt mit Recyclingmaterial

Ein weiteres Beispiel gelingender Inklusion ist das gemeinsame Basteln an der Förderschule. Gymnasialschülerinnen und -schüler sowie Schülerinnen und Schüler einer Förderschule gestalten hier gemeinsam kreative Projekte aus aufbereiteten Materialien – teils sogar eingebettet in Theateraufführungen.
Die Zusammenarbeit stärkt soziale Kompetenzen, gegenseitige Wertschätzung und das Verständnis füreinander. Inklusion wird hier alltäglich und selbstverständlich gelebt.

Projekt 3: Inklusives Café und Bastelaktionen für Grundschülerinnen und -schüler

Im dritten Projekt übernehmen ältere Kinder und Jugendliche selbst die aktive Rolle: Sie gestalten Bastelnachmittage für Grundschulkinder, deren Ergebnisse anschließend auf dem Weihnachtsbasar verkauft werden. Die Einnahmen unterstützen neue Projekte. Die Erfahrungen zeigen, wie wichtig eine langfristige Planung, die Einbindung vieler Akteurinnen und Akteure sowie vielfältige Ideen zur Mittelakquise sind. Engagement, Motivation und eine gemeinsame Vision bilden die Basis für eine nachhaltige Wirkung.

Transfer und Ausblick

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fach-AG äußerten großes Interesse, ähnliche inklusive Ansätze in ihren eigenen Regionen umzusetzen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Vorbehalte abgebaut und Schulleitungen frühzeitig eingebunden werden müssen. Zudem ist der Aufbau oder die Nutzung von Förderstrukturen essenziell. Für eine erfolgreiche Umsetzung braucht es vor allem: klare Verantwortlichkeiten, kontinuierliche Betreuung, verlässliche Strukturen und eine langfristige Perspektive.

Die Facharbeitsgruppe machte sichtbar, wie kraftvoll Inklusion wirkt, wenn Menschen einander begegnen, voneinander lernen und gemeinsam gestalten.

Moderation

Marion Merdon
Moderatorin Kooperationsverbund Aue-Schneeberg

Romy Kolbe
Lehrerin an der Brünlasbergschule, Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in Aue-Bad Schlema

Nach einem kurzem Problemaufriss zum allgemeinen Spannungsfeld Schule, setzte sich die Gruppe mit systemimmanenten Schwierigkeiten unter Berücksichtigung von Aspekten multiprofessioneller Teamentwicklung auseinander.

Folgend wurden anhand praktischer Beispiele grundlegende Formen und Möglichkeiten der Kommunikation von Unterstützungsbedarfen vorgestellt und lebhaft diskutiert.

Einigkeit in der Gruppe ergab sich über die Vielzahl von Unterstützungsformen. Ein Großteil meldete jedoch Unklarheiten über die Akquise verschiedener Helfersysteme bzw. regional starke Unterschiede in Art und Weise, Nachhaltigkeit und Kommunikationswegen der Hilfen zurück.

Vor dem Hintergrund der zuweilen herausfordernden Bedürfnislagen der Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt und den individuellen Erfahrungen in der Gruppe wurden dabei stetig grundlegende Haltungen zum Thema Inklusion und zum Förderschwerpunkt unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern abgeglichen.

Im letzten Drittel des Workshops der Facharbeitsgruppe sammelten die Anwesenden in zwei Gruppen konkrete interne und externe Unterstützungssysteme und diskutierten Möglichkeiten der kontinuierlichen Einbindung in das System Schule mit Hilfe der Kooperationsverbünde.
Die Materialien und Arbeitsergebnisse wurden mit Hilfe eines Padlets gesammelt.

Moderation

Anne Schmidt
Moderatorin Kooperationsverbund Plauen

Simon Däßler
Moderator Kooperationsverbund Leipzig Südwest/Altwest/Nordwest

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